Chemnitzer Wissenschaftler entdeckt genetische Besonderheit
Ein internationales Forscherteam unter Beteiligung des Museums für Naturkunde Chemnitz untersuchte mehrere Sägehai-Exemplare, die von lokalen Fischern in einer Tiefe von etwa 150 bis 250 Metern gefangen wurden.
Die Tiere gehören zu den Bewohnern der wenig erforschten Tiefen des Meeres. Besonders aufschlussreich ist ein Blick in die DNA der Tiere: Die balinesischen Sägehaie unterscheiden sich genetisch deutlich von vergleichbaren Arten. Möglicherweise handelt es sich deshalb um eine geografisch isolierte Population oder sogar um eine bislang
unbekannte Art. Diese Frage ist allerdings noch nicht abschließend geklärt. Die untersuchten Tiere sind ausschließlich späte Embryonen. Für eine sichere Bestimmung sind deshalb weitere Untersuchungen an ausgewachsenen Tieren erforderlich.
Die wissenschaftlich wertvollen Belegstücke werden dauerhaft in den naturkundlichen Sammlungen des Museums für Naturkunde Chemnitz und des indonesischen Museums Zoologicum Bogoriense in Cibinong aufbewahrt. Solche Sammlungen sind essenzielle Archive der Natur: Sie ermöglichen es Forscherinnen und Forschern, auch viele Jahre
später Tiere zu untersuchen, miteinander zu vergleichen und neue Erkenntnisse über die biologische Vielfalt zu gewinnen.
Auch wenn nicht alle Fachgebiete, die in den Sammlungen des ältesten städtischen Museums von Chemnitz vertreten sind, über die Jahre mit Wissenschaftlerinnen
oder Wissenschaftlern besetzt sind, erfolgt ein kontinuierlicher und wertvoller Zuwachs der Sammlungen. Dazu pflegt das Museum für Naturkunde vielfältige Kooperationen mit Bürgerwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern aus verschiedenen Fachbereichen.
Im vorliegenden Fall hat Jesco Seifert, Mitglied des Freundeskreises des Museums für Naturkunde Chemnitz e. V. und hauptberuflich Pharmazeut an der Universität Leipzig, im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit dem indonesischen Forschungszentrum BRIN (National Research and Innovation Agency) und dem Pacific Shark Research Center in Kalifornien eine Studie initiiert, deren Ergebnisse am 9. Oktober in einer internationalen Fachzeitschrift veröffentlicht wurden.