Wisent-Nachwuchs im Wildgatter Oberrabenstein

Bereits am 16. Mai kam das erste Wisentkalb des Jahres zur Welt.
Im Bild ist ein ausgewachsnes Wisent mit seinem Nachwuchs zu sehen. Das Jungtier steht vor dem Elterntier und schaut in die Kamera. Das Elterntier schaut mit dem Kopf nach rechts. Im Hintergrund ist das Gitter des Geheges zu erkennen, der Fußboden ist eine Mischung aus Gras und Erde.
Wisent mit Nachwuchs im Wildgatter Oberrabenstein Foto: Saskia Quinger, Tierpark Chemnitz

Mutter „Onia“ und ihrem weiblichen Kälbchen geht es gut. Vater ist der Wisentbulle „Spakko“. Die Brunftzeit der Wisente liegt üblicherweise zwischen August und Oktober. Nach einer Tragzeit von rund neun Monaten wird in der Regel ein einzelnes Kalb geboren.

Passend zum Internationalen Tag des Lichts (am 16. Mai) erhielt das Jungtier den Namen „Ora“. Der Name stammt aus dem Hebräischen und bedeutet „das Licht“ beziehungsweise „die Leuchtende“.

Alle Wisente, die im Wildgatter Oberrabenstein geboren werden, tragen die Anfangsbuchstaben „Or“ im Namen – als Verweis auf ihren Geburtsort. Dieses System ist Teil des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP), an dem sich zahlreiche zoologische Einrichtungen beteiligen. Jede Einrichtung nutzt dabei eigene Namenskürzel für ihre Nachzuchten.

Die Herde im Wildgatter Oberrabenstein besteht derzeit aus fünf Tieren, ein weiterer Nachwuchs könnte bei einer der Wisentkühe noch möglich sein.

Im Bild ist ein junges Wisent zu sehen. Man sieht nur den Kopf und den Hals. Das Jungtier schau nach links. Sein Fell ist dunkelbarun, es hat kleine Fellohren. Im Hinterdrung ist das Gitter des Geheges zu erkennen, dahinter leuchtet das Gras von der Sonne beschienen.
Wisent-Jungtier im Wildgatter Oberrabenstein Foto: Saskia Quinger, Tierpark Chemnitz

Wisente sind die größten europäischen Landsäugetiere. Ausgewachsene Bullen können ein Gewicht von bis zu 1.000 Kilogramm erreichen, Kühe werden bis zu 600 Kilogramm schwer. 

Nach der Ausrottung des Auerochsen sind Wisente die einzigen heute noch lebenden Wildrinder Europas. Mit Hausrindern sind sie jedoch nicht näher verwandt – ihre nächsten Verwandten sind die Amerikanischen Bisons. Deshalb wird der Wisent auch als Europäischer Bison bezeichnet. 

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts galt der Wisent nahezu als ausgestorben. Nur durch die Zusammenarbeit zoologischer Einrichtungen und engagierter Privathalter konnte die Art erhalten werden. Heute leben wieder mehr als 8.000 Tiere weltweit, etwa ein Drittel davon in Zoos und Wildparks. Auch das Wildgatter Oberrabenstein leistet seit vielen Jahren einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Art. 

Bereits mehrfach wurden Tiere aus Oberrabenstein für Wiederansiedlungsprojekte abgegeben – unter anderem für ein Auswilderungsprojekt im Kaukasus.

Öffnungszeiten April bis September: 
täglich 9 bis 18 Uhr