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Pressestelle Stadt Chemnitz
Pressemitteilung: 782

„ITS4Culture“ – Digitalisierung des Verkehrsmanagements

Projekt wird erstmals zur Fachtagung vorgestellt und startet im Kulturhauptstadtjahr 2025

Am Donnerstag, dem 14. November, wird das Projekt „ITS4Cultur“ zur Digitalisierung des Verkehrsmanagements der Stadt Chemnitz auf der 12. Kommunalen Fachtagung der Vereinigung der Straßenbau- und Verkehrsingenieure im Freistaat Sachsen e. V. (VSVI) im Wasserkraftwerk Mittweida erstmals öffentlich vorgestellt.
Innerhalb der Förderrichtlinie „Digitalisierung Kommunaler Verkehrssysteme“ des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDV) hatte das Verkehrs- und Tiefbauamt der Stadt Chemnitz einen Zuwendungsbescheid erhalten, sodass Ende Juni mit den Planungen zu diesem Förderprojekt begonnen werden konnte. Umgesetzt wird es im Europäischen Kulturhauptstadtjahr im kommenden Jahr. Dass innovative Ingenieurleistungen wesentlicher Teil der Chemnitzer Kultur sind, verdeutlicht auch der Titel „ITS4Culture“.

Im Mittelpunkt des Projektes steht die Digitalisierung des Verkehrsmanagements im kompletten Streckenverlauf der Ringbuslinie 82. Die dort vorhandenen 40 Ampelanlagen werden deshalb mit sogenannten Roadside Units ausgestattet. Hierbei handelt es sich um spezielle Funkmodule, die künftig für die Kommunikation zwischen den Ampelanlagen und den Fahrzeugen sorgen und auf diese Weise neue Serviceangebote ermöglichen. So können über die bisherige ÖPNV-Beschleunigung hinausgehend weitere wichtige Informationen ausgetauscht werden, damit beispielsweise Busse nur dann beschleunigt werden, wenn die aktuelle Fahrplanlage dies tatsächlich erfordert.

Außerdem werden sich die Beschleunigungsmaßnahmen nicht nur auf den ÖPNV beschränken. Unter anderem können dann auch Einsatzfahrzeuge auf dem Weg zu einem Notfall ihre Priorität an den Ampelanlagen anfordern, um mittels dynamischer Anpassung der Signalzeiten ihr Ziel schneller zu erreichen.

Als weiterer neuer Dienst wird ein sogenannter Ampelphasenassistent zur Verfügung stehen. Hier geht es darum, die Grünphasen von Ampelanlagen vorherzusagen, um diese Informationen für ein effizientes und komfortables Fahren nutzen zu können. Die Fahrzeugführer:innen erhalten vom Assistenten entweder die optimale Geschwindigkeit zum Erreichen der Grünphase angezeigt oder sie bekommen die Information, dass die nächste Ampelanlage nicht mehr rechtzeitig während der Grünphase erreicht wird und daher die Geschwindigkeit reduziert werden kann.

Insgesamt wird mit dem Einsatz der neuen Technologien der Grundstein dafür gelegt, dass die städtischen Ampelanlagen künftig mit allen Verkehrsteilnehmer:innen Informationen austauschen und kooperieren können. In weiteren Schritten werden auch Radfahrer:innen und Fußgänger:innen integriert. Letztlich ist die Kommunikation zwischen Ampelanlagen und Fahrzeugen eine grundlegende Anforderung auf dem Weg zum autonomen Fahren.

Als Projektpartnerin des Verkehrs- und Tiefbauamtes ist die CVAG beteiligt. Die fachliche und technische Begleitung erfolgt durch das Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI Dresden und die Ingenieurgesellschaft für Straßenverkehr Schlothauer und Wauer Dresden/Berlin.

Die Gesamtkosten für das Projekt werden sich auf etwa 3,3 Mio. Euro belaufen, wobei im Zuge der Fördermaßnahme 65 Prozent der erforderlichen Mittel durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) bereitgestellt werden.