Herausgeber:
Pressestelle Stadt Chemnitz
Pressemitteilung: 114

Veranstaltungen der Stadtbibliothek im März

Montag, 3. März, 16 bis 19 Uhr
Freifunk Sprechstunde, TIETZ Edition
Ort: Zentralbibliothek, BibliotheksLabor
Eintritt: kostenfrei

Der Freifunk Chemnitz e. V. trifft sich inmitten einer seiner größten Installationen und zeigt in gemütlichem Umfeld, was mit WLAN heute alles machbar ist.
Vom einfachen Router, den man sich ans Fenster stellt bis zur komplexen Veranstaltungsplanung könnt ihr mit entsprechenden Fragen vorbeikommen oder gemeinsam mit uns euren ersten eigenen Freifunk-Router einrichten.


Dienstag, 4. März, 10 Uhr, 11.30 Uhr, 14 Uhr und 15.30 Uhr (Dauer ca. 1 Stunde)
Einführung MedienLabor
Ort: Zentralbibliothek, BibliotheksLabor 
Eintritt: kostenfrei
Anmeldung: www.stadtbibliothek-chemnitz.de/biblab-c/veranstaltungen

Sie haben Schallplatten und Audio/VHS-Kassetten daheim, die Sie endlich in Ihrer digitalen Playlist haben wollen? Dann nutzen Sie die Technik im BibLab-C! Heute zeigen wir Ihnen, wie es geht, morgen schon digitalisieren Sie eigenhändig Ihre Sammlungen.


Dienstag, 4. März, 10 Uhr, 11.30 Uhr, 14 Uhr und 15.30 Uhr (Dauer ca. 1 Stunde)
Einführung AudioStudio
Ort: Zentralbibliothek, BibliotheksLabor
Eintritt: kostenfrei
Anmeldung: www.stadtbibliothek-chemnitz.de/biblab-c/veranstaltungen 

Sie wollten schon immer mal einen Podcast oder ein Hörspiel produzieren? Sie suchen nach einem Raum, um Ihre eigene Komposition digital aufzunehmen und abzumischen? Dann nutzen Sie die Technik im Bibliothekslabor! Heute zeigen wir Ihnen, wie es geht, morgen schon senden Sie Ihre Stimme und Ihre Songs in die Welt.


Mittwoch, 5. März, 15 Uhr
Leseclub – zusammen liest man weniger allein
Ort: Stadtteilbibliothek im Vita-Center
Eintritt: kostenfrei

Wir sprechen gemeinsam über Bücher, die uns aktuell beindruckt und inspiriert haben. Leserinnen und Leser, welche ihre Lektüreerlebnisse gern mit anderen teilen und diskutieren möchten, sind herzlich willkommen.


Donnerstag, 6. März, 11 bis 18 Uhr 
Tag der offenen Tür – zum Staunen und Entdecken
FaBi – die neue Fahrbibliothek für Chemnitz
Ort: TIETZ-Vorplatz
Eintritt: kostenfrei

FaBi, die neue Fahrbibliothek der Stadtbibliothek Chemnitz, ein elektrisch betriebenes Fahrzeug, wird nach den Winterferien ab 10. März durch die Chemnitzer Straßen rollen. Die neue Fahrbibliothek wird überwiegend auf Chemnitzer Schulhöfen und in Stadtteilen ohne Bibliothekseinrichtung im Einsatz sein und ist als mobile Bibliothek ein wesentlicher Faktor, um möglichst allen Bewohnerinnen und Bewohnern von Chemnitz einen Zugang zum vielfältigen Angebot der Stadtbibliothek zu ermöglichen.
11.30 Uhr und 14 Uhr gibt es ein Gauklerprogramm für Kinder mit Djanko Lemon.


Freitag, 7. März, 19 Uhr 
Eröffnung der Literaturtage LESELUST GOES EUROPE – CHEMNITZ 2025
Radio Nacht mit Jurij Andruchowytsch & Karbido
Ort: Weltecho, Annaberger Straße 24
Eintritt: 8 Euro, Schüler:innen und Studierende kostenfrei

Ein dramatischer Autorenabend, der performative Lesung und elektroakustische Improvisationsmusik verbindet. Jurij Andruchowytsch und das multiinstrumentale Karbido-Trio jonglieren mit zeitgenössischer Ästhetik, Genre-Patterns und dem klangschöpferischen Gedächtnis der musikalischen Avantgarde und lassen damit ein musikalisch-literarisches Experiment entstehen. Der Theaterabend ist eine musikalische Interpretation von Texten aus dem Roman Radio Nacht, vom Autor performativ gelesen. Es geht um die Geschichte eines Regimegegeners, der in einem Versteck (vielleicht im Gefängnis) ein eigenes Radioprogramm imitiert. Hintergrund der Handlung ist die Zeit der Pandemie, der Klimaproteste und der russischen Aggression – eine Zeit aufkeimender Hoffungen auf radikalen Wandel. 


Samstag, 8. März, 10 bis 15 Uhr
Workshop „JelGi – Jeder lernt Gitarre“
Ort: Zentralbibliothek, Lernraum
Eintritt: kostenfrei

Beim JelGi-Kurs erlernen Sie in kurzer Zeit, wie Sie ohne Vorkenntnisse Kinder- und Volkslieder, populäre Lieder und Songs ganz einfach begleiten können. Die Saiten der Gitarre oder Ukulele werden auf C-Dur gestimmt, so dass mit der linken Hand nur ein Griff erlernt werden muss. Für die rechte Hand gibt es viele Anschlagsarten. Bitte bringen Sie eine Gitarre oder Ukulele und eine ca. 20 cm hohe Fußbank mit.

Der gemeinnützige Verein „JelGi - Jeder lernt Gitarre“ organisiert die JelGi-Kurse ehrenamtlich. Ein Unkostenbeitrag als Spende wird vor Ort erbeten. Die Anmeldung erfolgt direkt über die Webseite des JelGi-Vereins: https://www.jelgi.com/jelgi-kurse/chemnitz-08-03-2025/


Samstag, 8. März, 11 bis 14 Uhr 
Offene Textwerkstatt des Freien Deutschen Autorenverbandes
Ort: Zentralbibliothek, BibliotheksLabor, OpenSpace 
Eintritt: kostenfrei

Lektorieren der eigenen Texte. Wer das erste Mal kommt, kann auch einfach nur zuhören. Gemeinschaftsveranstaltung mit dem Freien Deutschen Autorenverband.


Samstag, 8. März, 15 Uhr
LESELUST: Greif zur Feder, Chemnitz! #2
Unveröffentlichtes aus der Schreibwerkstatt der Chemnitzer Oper
Ort: TIETZ, Zentralbibliothek, Veranstaltungssaal
Eintritt: kostenfrei

Von April bis November 2024 trafen sich Schreibende aus Chemnitz und Umgebung, um biographische Erfahrungen, erlebte Geschichte und ihren persönlichen Blick auf die heutige Zeit literarisch zu verarbeiten. Die Workshopleitung lag bei Arna Aley, der ersten Literaturstipendiatin der Stadt Chemnitz. Im Oktober 2024 wurden in der Stadtbibliothek Chemnitz zum ersten Mal Texte aus der Schreibwerkstatt vorgestellt. Der Zuspruch seitens des Publikums war groß. Nun folgt die Fortsetzung mit weiteren Einblicken in die vielseitige literarische Arbeit der Teilnehmer:innen. 

Die Schreibwerkstatt ist Teil des Kulturhauptstadt-Projekts „Rummelplatz“ der Oper Chemnitz in Kooperation mit Stadtbibliothek Chemnitz, Volkshochschule Chemnitz, Dom Literatury w Łodzi.


Montag, 10. März, 18 Uhr
LESELUST: A New Shift/ Nová šichta – Film und Gespräch 
Moderation: Christina Frankenberg
Ort: Weltecho, Annaberger Straße 24
Eintritt: kostenfrei

„A New Shift/ Nová šichta“ (CZ 2020, 91 min., OmU, Regie: Jindřich Andrš)

Tomáš Hisem ist Bergmann mit ganzer Seele. Mehr als zwanzig Jahre arbeitete er unter Tage, dann wurde die Mine im nordmährischen Paskov aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen. Tomáš und seine Kollegen stehen nicht gleich auf der Straße, sie erhalten das Angebot zu einer Umschulung im passenderweise „Neue Schicht“ benannten Bildungsprogramm. Nach all den Jahren im Schacht entscheidet sich der Vierundvierzigjährige für eine Umschulung zum IT-Programmierer. Aber hat er wirklich eine Chance, in diesem Bereich zu bestehen, inmitten all der jungen Digital Natives, die zudem ein Hochschulstudium absolviert haben? Der erste abendfüllende Film des tschechischen Regisseurs Jindřich Andrš ist eine ebenso ruhige wie mitreißende Beobachtung. Andrš begleitet seinen sympathischen Protagonisten auf behutsame Weise und es gelingt ihm, seine schwierige Lebenssituation würdevoll darzustellen. Auch dafür wurde der Film mit mehreren internationalen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem MDR-Filmpreis und der Goldenen Taube bei DOK Leipzig 2020.


Dienstag, 11. März, 18 Uhr
LESELUST: Fortgehen, um anzukommen: Geschichten der Nachwendezeit 
Lesung und Gespräch mit Sabine Rennefanz und Petr Šesták 
Moderation: Christina Frankenberg
Ort: TIETZ, Zentralbibliothek, Veranstaltungssaal
Eintritt: 8 Euro, Schülerinnen, Schüler und Studierende frei

Genau wie Kathleen, die Ich-Erzählerin im Roman Kosakenberg (2024) von Sabine Rennefanz, hat auch Josef, der Protagonist aus Petr Šestáks Buch Kontinuita parku (2021, dt. „Die Kontinuität des Parks“), seine zu klein gewordene Heimat nach der Wende verlassen. Beide wollen Erfahrungen in der großen Welt sammeln. Und beide kehren dann zurück. Bei den Besuchen ihrer Mutter in Brandenburg entfaltet die Welt, der Kathleen eigentlich entkommen wollte, eine ungeahnte Kraft, scheint die Entflohene umklammern zu wollen. Auch Josef sieht sich in seiner Heimatstadt mit ungeahnten Kräften konfrontiert. Er wollte sie mit neuen Ideen und Kultur verändern, aber das erweist sich als höchst schwierig.
Im Spannungsfeld zwischen der kleinen Heimat und der großen Welt, dem Weggehen und Ankommen erzählen Sabine Rennefanz und Petr Šesták kluge Geschichten von zwei Menschen auf der Suche nach ihrer Identität, die wesentlich durch ihre Kindheit und Jugend hinter dem Eisernen Vorhang geprägt ist. Gleichzeitig erzählen sie nicht ohne Humor von zwei Orten im politischen Osten in den Wendejahren und danach.


Mittwoch, 12. März, 18 Uhr
LESELUST: „Dass ein gutes Deutschland blühe...“ 
Leben in der Nachkriegszeit 1945 bis 1949 
Musikalische Lesung mit Roman Knižka und dem Bläserquintett OPUS 45 
Ort: TIETZ, Zentralbibliothek, Veranstaltungssaal
Eintritt: 10 Euro

„Dass ein gutes Deutschland blühe …“ erzählt in literarischen Texten, Reportagen und Zeitzeugnissen von einem Land zwischen Apokalypse und Aufbruch, von der Ankunft der Sieger, von der Konfrontation der Deutschen mit den Gräueltaten des NS-Regimes, dem Schicksal jüdischer KZ-Überlebender, die nach ihrer Befreiung als „Displaced persons“ durch das Land der Täter irrten, von Hungerwintern, Vertriebenen und Kriegsheimkehrern. Politische Zäsuren wie die Potsdamer Konferenz, die Nürnberger Prozesse, die Währungsreform oder die Berlin-Blockade werden ebenso thematisiert wie die im Alltag häufig fragwürdige Praxis der Entnazifizierungs-verfahren. Literatur und Musik nach 1945: Doch auch von kulturellen Aufbrüchen und Neuanfängen handelt das Programm. Ob oder wie man nach den Verbrechen der NS-Diktatur und der Katastrophe des Zweiten Weltkriegs noch schreiben sollte, wurde von Schriftstellerinnen und Schriftsteller der Zeit heftig diskutiert. Roman Knižka rezitiert aus Werken der Nachkriegsliteratur von Wolfgang Borchert, Bertolt Brecht und Nelly Sachs. 

Das Bläserquintett OPUS 45 interpretiert Werke der Nachkriegsavantgardisten György Ligeti und Karl Amadeus Hartmann sowie weitere Kompositionen am Puls der Zeit von Dmitri Schostakowitsch und Hanns Eisler sowie anderen Komponisten.

Eine Veranstaltung des Evangelischen Forums Chemnitz in Kooperation mit der Stadtbibliothek Chemnitz, gefördert von der Friedrich-Ebert-Stiftung.


Donnerstag, 13. März, 15 bis 18 Uhr
Let‘s play – Zocken in der Bibo 
Ort: Zentralbibliothek, GamingArena
Eintritt: kostenfrei, Zielgruppe: empfohlen ab 12 Jahren 

Wir spielen gemeinsam neue Spiele an der PlayStation5, Nintendo Switch und am Steam Deck und probieren die VR-Brille Meta Quest aus.


Freitag, 14. März, 19 Uhr
LESELUST: Literarische Einblicke in prekäre Arbeitswelten 
Lesung und Gespräch mit Heike Geißler und Anna Beata Háblová 
Moderation: Stefanie Bose
Ort: Stadtwirtschaft, Jakobstraße 46
Eintritt: kostenfrei

Die in Chemnitz aufgewachsene Autorin Heike Geißler und die Prager Schriftstellerin Anna Beata Háblová erzählen von Frauen, die ihren Lebensunterhalt mit monotonen Tätigkeiten an einer Supermarktkasse beziehungsweise in einem riesigen Warenlager verdienen müssen. Während der stumpfsinnigen Arbeit denken sie über ihr Leben, ihre Träume und Ziele nach. Kenntnisreich geben beide Autorinnen Einblicke in die Arbeitswelt derjenigen, die den Massenkonsum möglich machen, und verwandeln sie in oft erstaunlich poetische Literatur.

Mit Saisonarbeit legte Heike Geißler 2014 einen fiktionalisierten Erfahrungsbericht ihrer sechswöchigen Tätigkeit als Aushilfskraft bei Amazon vor. Sie beschreibt die entpersönlichte Arbeitswelt so plastisch, dass man beim Lesen glaubt, direkt neben ihr zu stehen. Anna Beata Háblová lässt in ihrem Prosatext Směna (dt. „Die Schicht“) von 2022 ihre Protagonistin Petra sprechen. Diese ist eine junge Künstlerin
voller Selbstzweifel, die sich dem überheblichen Kunstbetrieb nicht gewachsen fühlt und deshalb als Kassiererin in einem Supermarkt arbeitet. Aber auch hier erwartet sie ein täglicher Kampf.


Samstag, 15. März, 17 Uhr
LESELUST: Was bedeutet der Krieg in der Ukraine für uns? 
Beobachtungen der Stadtschreiberinnen Ira Peter und Sonya Winterberg 
Moderation: Nikita Filippenkow
Ort: Universitätsbibliothek der TU Chemnitz, Straße der Nationen 33
Eintritt: kostenfrei

Das Stadtschreiberprogramm des Deutschen Kulturforums östliches Europa ermöglicht jährlich einen mehrmonatigen Aufenthalt in einer Stadt in Mittel- und Osteuropa mit besonderen Bezügen zu Deutschland. 
Ira Peter war 2021 in Odessa, der ukrainischen Hafenstadt am Schwarzen Meer, und erlebte die Realität des Krieges, den Russland bereits 2014 im Osten der Ukraine entfesselt hatte. 
Sonya Winterberg war 2022 in Memel/Klaipėda, der litauischen Hafenstadt an der Ostsee, und beobachtete die entschlossene Unterstützung der litauischen Bevölkerung für die Ukraine unmittelbar nach dem Einmarsch der russischen Truppen. 
Im Gespräch mit Nikita Filippenkow berichten die beiden Journalistinnen von ihren Eindrücken und diskutieren über die Bedeutung, die der Krieg für uns in Deutschland hat.


Montag, 17. März, 18 Uhr
LESELUST: Everything’s Fine, Potatoes in Line / Všechno v pořádku, brambory na řádku &
Coal in the Soul / Ženy SHR – Filme und Gespräch 
Moderation: Christina Frankenberg
Ort: Weltecho, Annaberger Straße 24
Eintritt: kostenfrei

„Everything’s Fine, Potatoes in Line /  Všechno v pořádku, brambory na řádku“ (CZ, PL 2022, 14 min., OmeU, Regie: Piotr Jasiński)

Der Tagebau Turów in der tschechisch-polnisch-deutschen Grenzregion sorgt für Spannungen. Für die polnische Seite ist Turów eine Lebensgrundlage, die tschechische Seite befürchtet einen Trinkwassermangel und andere Umweltschäden. Vor diesem Hintergrund nimmt die Polin Teresa an einem polnisch-tschechischen Wettbewerb um den besten Kartoffelsalat teil. Aber es geht hier um weit mehr als nur um Salat.

„Coal in the Soul / Ženy SHR“ (CZ 2010, 57 min., OmeU, Regie: Martin Dušek, Ondřej Provazník)

Hana und Liběna sind zwei eigenwillige Frauen, deren Leben vom Braunkohle-Tagebau in Nordböhmen geprägt ist. Sie wohnen im gleichen Ort, kennen einander und sind ähnlich entschlossen – der Tagebau jedoch hat sie völlig entzweit. Die Umweltaktivistin Hana hat sich dem Kampf gegen ihn verschrieben und streitet für die Erhaltung der Landschaft und Kulturdenkmäler. Auf der anderen Seite der Barrikade steht Liběna. Sie ist Sprecherin der Firma Czech Coal, hat die Argumentation ihres Arbeitgebers übernommen und verteidigt den Tagebau mit aller Vehemenz. Der ist ihr so wichtig, dass sie auch Streit mit den eigenen Kindern in Kauf nimmt, die die Sichtweise der Mutter nicht teilen. Der Film mit dem ganz eigenen Blickwinkel zwischen Ironie und Empathie lief auf mehreren internationalen Festivals.


Dienstag, 18. März, 18 Uhr
LESELUST: In der Vergangenheit schürfen 
Lesung und Gespräch mit Patricia Holland Moritz und Petra Klabouchová 
Moderation: Christina Frankenberg
Ort: TIETZ, Zentralbibliothek, Veranstaltungssaal 
Eintritt: 8 Euro, Schülerinnen, Schüler und Studierende kostenfrei

Die aus dem südböhmischen Prachatice stammende Petra Klabouchová und die in Chemnitz, damals Karl-Marx-Stadt, geborene Patricia Holland Moritz gehen in ihren Romanen der Frage nach, wie sich die Geschichte der mitteleuropäischen Grenzregionen auf das Leben ihrer Bewohnerinnen und Bewohner auswirkt. Petra Klabouchová verfolgt in ihrem Böhmerwald- Krimi Prameny Vltavy (2021, dt. „Moldauquellen“) die Hintergründe eines Mordes an einer Schülerin, die in einem gestreiften Schlafanzug mit einem Judenstern tot aufgefunden wird, bis in die Zeit des Zweiten Weltkriegs zurück und verwebt dabei reale Ereignisse mit Fiktion. Denn der Name „Moldauquellen“ steht auch für ein streng geheimes Lager für sowjetische Kriegsgefangene, die während des Zweiten Weltkrieges angeblich eine unterirdische Waffenfabrik errichten sollten. Patricia Holland Moritz, die auch schon Krimis geschrieben hat, zeichnet in ihrem Gesellschaftsroman Kaßbergen (2021) um das Mädchen Ulrike das Bild einer Industriestadt Mitte der 1970er-Jahre am Fuß des Erzgebirges, sozusagen am Ende der Welt. Als ihr Freund Gonzo, der sich als Punk nicht anpassen will, verhaftet wird, muss auch sie sich mit der Vergangenheit ihrer Familie und ihrer Stadt auseinandersetzen, um einen eigenen Weg zu finden.


Mittwoch, 19. März, 18 Uhr
LESELUST: Geschichten zwischen Grau und Glimmer 
Lesung und Gespräch mit Lenka Elbe und Tina Pruschmann 
Moderation: Christina Frankenberg
Ort: Industriemuseum Chemnitz, Zwickauer Straße 119
Eintritt: kostenfrei

Im Erzgebirge, in den Orten Tann und St. Joachimsthal/Jáchymov, deren Geschichte durch Uranbergbau, aber auch den Betrieb von Kurbädern geprägt wurde, spielen zwei außergewöhnliche Romane, deren Autorinnen Reales mit märchenhaften und phantastischen Elementen verbinden.
Das Leben von Ida steht im Mittelpunkt von Tina Pruschmanns Roman Bittere Wasser (2022). Idas Eltern arbeiten im Staatszirkus der DDR, ihre Mutter ist Trapezkünstlerin, der Vater dressiert Elefanten. Auch Ida steht in der Manege. Mit Schulbeginn jedoch wird sie zu den Großeltern nach Tann geschickt, wo die Wismut Uran abbaut. Nach der Wende, als die Mine geschlossen wird, geht Ida fort. Es gibt etwas, das sie in die Ukraine treibt.
Ungefähr zur gleichen Zeit tritt der Engländer Henry Robotham in Lenka Elbes Roman Uranova (2020) seine Reise nach Jáchymov an. Hier hatte sich die letzte Spur seiner Freundin Angela verloren, die 1968 in die Tschechoslowakei gereist war, um nach ihren tschechischen Vorfahren zu suchen. Henry Robotham kommt in einen Ort, der gespenstisch menschenleer ist, mit mondänen Kurhotels auf der einen Seite und den Überresten stalinistischer Straflager, deren Gefangene sich im Uranbergbau zu Tode schuften mussten, auf der anderen. Inmitten dieser Gegensätze entwickelt sich ein atemberaubender Kampf zwischen Gut und Böse.


Donnerstag, 20. März, 18 Uhr 
LESELUST: „Carbon. Ein Lied von Donezk“ – Ein Poem über den Kohlenpott der Ukraine 
Lesung und Gespräch mit der Autorin Svetlana Lavochkina und der Übersetzerin Diana Feuerbach 
Ort: smac – Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz, 
Eintritt: kostenfrei

Donezk, das schwarze Juwel der Ukraine — Eden und Sodom zugleich, im Kohlerausch brodelnder Tiegel, unabwendbares Schicksal im Osten Europas. In ihrem Buch erzählt die ukrainische Schriftstellerin Svetlana Lavochkina mit fulminanter poetischer Wucht die Geschichte einer heroischen wie wunden Region, geschaffen aus Stahl und Kohle.

In ihrem Werk ranken sich die zwei Erzählstränge des Schmieds Alexander und der Linguistin Lisa rund um ein komplexes, mythologisch-hyperreal anmutendes Bild von Donezk, Stadt der Kohle, und deren Geschichte von 1964 bis zur russischen Invasion im Donbass 2014.

Thriller, Lovestory, Lebenslauf, historische Windrose, Handwerkerlied, Ontologie der ostukrainischen Seele — Carbon ist all das zugleich, ein in polyphonen Versen verfasstes Gebet für die geliebte, geschundene Stadt.


Samstag, 22. März, 15 Uhr
LESELUST: Literarisch Reisen 
Lesung und Gespräch mit Roswitha Schieb und Marcin Wiatr 
Moderation: Ariane Afsari 
Ort: TIETZ, Zentralbibliothek, Veranstaltungssaal 
Eintritt: kostenfrei

Die Kunsthistorikerin Roswitha Schieb sowie der Historiker und Germanist Marcin Wiatr zeigen anhand ihrer Literarischen Reiseführer zum Böhmischen Bäderdreieck, Breslau/Wrocław, Niederschlesien, Oberschlesien und Galizien, wie sich Städte und Regionen durch ihre jeweiligen, teils spezifischen, teils überlappenden Literaturlandschaften erschließen lassen.


Montag, 24. März, 18 Uhr
LESELUST: Eurodonbas, Yevrodonbas – Film und Gespräch
Moderation: Ariane Afsari
Ort: Weltecho, Annaberger Straße 24
Eintritt: kostenfrei

Ostheim, Liebenthal, New York, Blumenfeld, Bunge, Marienthal – haben Sie diese Orte im Donbas vermutet? Oder dass die heute schwer umkämpfte Region einmal von 10 000 Belgiern und Belgierinnen besiedelt war und als „10. Provinz Belgiens“ bezeichnet wurde? Der Film ist eine vielschichtige Erkundung der Frühgeschichte der Industrialisierung im Osten der Ukraine durch belgische, französische, deutsche, walisische und amerikanische Unternehmer. Gleichzeitig dekonstruiert er sowjetische und russische Mythen über den Donbas als ein Produkt der Stalin-Ära. Im Anschluss spricht Ariane Afsari mit dem aus der Ukraine zugeschalteten Regisseur.


Dienstag, 25. März, 18 Uhr
LESELUST: Spurwechsel – 150 Jahre Literatur über Züge, Strecken und Bahnhöfe im östlichen Europa, Szenische Lesung mit der Publizistin Roswitha Schieb und dem Schauspieler Alexander Ganz-Kuhl
Moderation: Ariane Afsari 
Ort: Sächsisches Eisenbahnmuseum, Frankenberger Straße 172
Eintritt: kostenfrei

Die von Roswitha Schieb verfasste literarische Collage mit einer Einführung sowie historischen Einbettungen der ausgewählten Zitate spiegelt die Entwicklung der Eisenbahn wider: Züge wurden ab den 1830er Jahren europaweit zum allgemeinen Verkehrs- und Reisemittel. Die ersten Verbindungen revolutionierten nicht nur das Reisen, sondern die Schienen vernetzten einen ganzen Kontinent – politisch, kulturell und literarisch. Ein Teil der damaligen Zeitgenossen bejubelte Züge als technische Garanten für Völkerverständigung, Fortschritt und Frieden. Ein anderer Teil empfand das schnelle, glatte Dahingleiten als Verlust und trauerte den nun langsam verschwindenden Kutschen hinterher. Erfahrungen von Raum und Zeit wurden durch die Eisenbahn verändert, ja, nivelliert, Landschaft und Landschaftswahrnehmung wurden durch Tunnel, Schneisen, Einschnitte, Viadukte umgemodelt. Der Bahnhof ist dabei zu einem Symbol des 20. Jahrhunderts geworden, besonders auch im östlichen Europa.


Mittwoch, 26. März, 18 Uhr
LESELUST: Als sei die Vergangenheit ausgelöscht worden 
Lesung und Gespräch mit Karin Lednická und Kati Naumann 
Moderation: Arna Aley 
Ort: Kohlewelt Oelsnitz, Pflochenstraße 28, Oelsnitz/Erzgebirge
Eintritt: kostenfrei

In ihren fesselnden Romanchroniken Die Sehnsucht nach Licht ´ (2022) und Šikmý kostel (2020 - 2024, dt. „Die schiefe Kirche“) erzählen die Autorinnen Kati Naumann und Karin Lednická vom Leben zweier Bergarbeiterfamilien über mehrere Generationen hinweg. Beide Autorinnen haben die Gabe, die Vergangenheit wieder lebendig werden zu lassen. Sie erzählen fiktive Schicksale, haben die historischen Hintergründe jedoch genau recherchiert. Im erzgebirgischen Schlematal ist die Familie Steiner zu Hause, deren Geschichte Kati Naumann von 1912 bis heute verfolgt. Alles beginnt mit der Suche nach einem verschollenen Großonkel, nach und nach kommt manches Geheimnis ans Licht. Dem bewegten Leben der Familie Pospíšil widmete Karin Lednická gleich drei Romane, die in Tschechien zu Bestsellern wurden. Sie spielen ab 1894 in Karwin an der heutigen Grenze zwischen Polen und Tschechien, wo es immer wieder zu politischen und nationalistischen Umbrüchen kam. Kriege, Krisen und Bergbauunglücke forderten nicht nur menschliche Opfer, auch ganze Landschaften gingen unter. Vom alten Karwin, einem bedeutenden Zentrum des Steinkohlebergbaus ist heute nur eine kleine schiefe Kirche geblieben. Dort, wo einmal der Dorfkern von Oberschlema lag, erstreckt sich heute ein Park. Die Verwandlung dieser beiden Orte ist so vollständig, dass es wirkt, als sei ihre Vergangenheit ausgelöscht worden.


Mittwoch, 26. März, 15 Uhr
Lesezeit – zusammen liest man weniger allein
Ort: Stadtteilbibliothek im Yorck-Center, Scharnhorststraße 11
Eintritt: kostenfrei

Schluss mit einsamer Lektüre in den eigenen vier Wänden! Unsere Vorlesepatin Petra Lory hat wieder interessante Bücher für Erwachsene ausgesucht und liest daraus vor.


Donnerstag, 27. März, 15 bis 18 Uhr
BibLab: Führerschein/Einführung 3D-Drucker
Ort: Zentralbibliothek, BibliotheksLabor, Makerbereich 
Eintritt: kostenfrei
Anmeldung erbeten unter: https://www.stadtbibliothek-chemnitz.de/buchen

Wie funktioniert ein 3D-Drucker? Wo finde ich fertige Modelle? Was muss ich einstellen? 
Sie suchen nach einer Möglichkeit, um kleine, nützliche Dinge zu drucken? Dann nutzen Sie die Technik im Bibliothekslabor! Heute zeigen wir Ihnen, wie es geht, morgen schon setzen Sie eigene Projekte um. Einführungsveranstaltung für Interessierte 


Donnerstag, 27. März, 15 bis 18 Uhr
Let‘s play – Zocken in der Bibo 
Ort: Zentralbibliothek, GamingArena
Eintritt: kostenfrei, Zielgruppe: empfohlen ab 12 Jahren 

Wir spielen gemeinsam neue Spiele an der PlayStation5, Nintendo Switch und am Steam Deck und probieren die VR-Brille Meta Quest aus.


Samstag, 29. März, 18 Uhr
Jonas Jonasson: „Der verliebte Schwarzbrenner und wie er die Welt sah“
Moderation, Verdolmetschung, Lesung der deutschen Übersetzung: Grit Thunemann
Ort: Universitätsbibliothek, Straße der Nationen 33
Eintritt: kostenfrei

Der Autor des Bestsellers „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“, Jonas Jonasson, macht einen Abstecher von der Leipziger Buchmesse und spricht mit Grit Thunemann über Småland, Geschäftssinn und Tropfen gegen trübe Gedanken.

Småland 1852: Algot Olsson, Sohn eines Schweinezüchters, bleibt nach dem Tod seines Vaters nur ein Kartoffelacker und ein Destillierapparat für den Hausgebrauch. Doch Algot hat Grips, Geschäftssinn und eine Idee: Für die Gleisarbeiter, die gerade die ersten Eisenbahnschienen verlegen und wie alle Schweden nur grauenvollen Fusel gewohnt sind, brennt Algot richtig guten Schnaps und ist damit so erfolgreich, dass der missgünstige Graf Bielkegren ihn mit allen Mitteln sabotiert. Zum Glück hat Algot gute Freunde an seiner Seite: den aus Bayern geflohenen Druckermeister Helmut, der es mit der Wahrheit manchmal nicht ganz so genau nimmt, und dessen ebenso hübsche wie resolute Tochter Anna Stina. Gemeinsam trotzen sie den Intrigen des Grafen, und so wird aus Algots Schwarzbrand kurzerhand „Apotheker Otterdahls Tropfen gegen trübe Gedanken“ – ein weiterer Verkaufsschlager und, wie sich zeigt, wahres Wundermittel, das nicht nur des Königs Zahnschmerzen heilt, sondern sogar Kriege vereitelt. Doch hilft es auch bei hoffnungsloser Verliebtheit?

Eine Veranstaltung der Schwedischen Botschaft in Deutschland in Kooperation mit der Universitätsbibliothek der TU Chemnitz und der Stadtbibliothek Chemnitz.


Montag, 31. März, 14.30 Uhr
Lesezeit – Zusammen liest man weniger allein
Ort: Zentralbibliothek, Bereich Kultur & Länder 
Eintritt: kostenfrei

Schluss mit einsamer Lektüre in den eigenen vier Wänden! Unsere Vorlesepatin Regine Klinger hat wieder interessante Bücher für Erwachsene ausgesucht und liest daraus vor.


Wiederkehrende Veranstaltungen

dienstags, 13 bis 15 Uhr
Refugees welcome in the library! 
Ort: Zentralbibliothek, Bereich Kultur & Länder
Eintritt: kostenfrei

Lernpaten helfen beim Lernen der deutschen Sprache und bei Hausaufgaben der DaZ- und DaF-Kurse (Deutsch als Zweit- / Deutsch als Fremdsprache). 


donnerstags, 14 bis 17 Uhr
E-Book-Sprechstunde
Ort: Zentralbibliothek, Bereich Wissenschaft & Technik
Eintritt: kostenfrei
Anmeldung erbeten unter www.stadtbibliothek-chemnitz.de/bibliothek-digital/ebook-sprechstunde
oder telefonisch unter 488 4222 

Sie wollen wissen, wie die Onleihe funktioniert oder haben ein neues Gerät, auf dem Sie die Onleihe nutzen wollen? Wir helfen Ihnen beim Einrichten und der ersten Ausleihe.
Sie nutzen die Onleihe bereits, aber haben Probleme mit Ihrem E-Book-Reader, dem Lesen auf dem Tablet oder wissen nicht, woran die Ausleihe von E-Medien bei Ihnen scheitert? 
Wir helfen gerne.


dienstags, 15 bis 18 Uhr
Facharbeitssprechstunde Facharbeit / Komplexe Leistung? Keine Panik!
Ort: TIETZ, Zentralbibliothek, Bereich Wissenschaft & Technik
Eintritt: kostenfrei
Bitte nutzen Sie zur Terminvereinbarung die Onlinebuchung: https://www.stadtbibliothek-chemnitz.de/angebote-medienpaedagogik/schuelerinnen/facharbeitssprechstunde 

Wir helfen bei der Literaturrecherche: Wir stellen Ihnen Bibliothekskataloge und Online-Datenbanken vor und zeigen, wie Sie geeignete Quellen für Ihr Thema finden können. Die Teilnahme an der Facharbeitssprechstunde ist kostenfrei. Eine Bibliotheksmitgliedschaft ist erforderlich.


Vorlesen

Auf leisen Sohlen… Geschichten zum Zuhören
vorgetragen für alle mit gespitzten Ohren

Unsere Vorlesepaten lesen neueste Kinderbücher, Klassiker, „Bestseller“ der eigenen Kinderzeit oder auch selbst geschriebene Texte. 

Der Eintritt ist kostenfrei.

Die Termine:

dienstags, 4., 11., 18. und 25. März, jeweils 16.30 Uhr 
Ort: Zentralbibliothek, Kinderwelt

samstags, 1., 8., 15., 22. und 29. März, jeweils 11 Uhr
Ort: Zentralbibliothek, Kinderwelt

samstags, 1., 8., 15., 22. und 29. März, jeweils 10.30 Uhr
Ort: Stadtteilbibliothek Vita-Center, Wladimir-Sagorski-Straße 22

dienstags, 4., 11., 18. und 25. März, jeweils 16 Uhr 
Ort: Stadtteilbibliothek Einsiedel, Einsiedler Hauptstraße 79b

dienstags, 4., 11., 18. und 25. März, jeweils 16.30 Uhr 
Ort: Stadtteilbibliothek im Yorck-Center, Scharnhorststraße 11

 

Änderungen aus aktuellem Anlass vorbehalten.