Am Dienstag, dem 14. Januar, von 15.30 bis 17 Uhr sind Interessierte zu einem Vortrag des Schriftstellers Marko Martin und anschließendem Gespräch ins Hörsaalgebäude der TU Chemnitz, Reichenhainer Straße 90, eingeladen. Thema ist die Bedeutung von Intellektuellen und ihren Wortmeldungen in Krisenzeiten.
Die Teilnahme ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist telefonisch unter 0371 488-4343 oder online möglich. Link zur Veranstaltung: Brauchen wir Ketzer? Zur Bedeutung intellektueller Stimmen in öffentlichen Debatten.
In seinem Buch „Brauchen wir Ketzer? Stimmen gegen die Macht“ von 2023 setzt sich der Schriftsteller Marko Martin mit antitotalitären Denkern und Intellektuellen auseinander, die ein außergewöhnliches Gespür für die Gefahr von Diktaturen und die Fragilität freiheitlicher Gesellschaften besaßen. Im Vortrag berichtet er von seinen Recherchen.
Der Autor vermischt historische und aktuelle Perspektiven. Zu den Porträtierten gehören Hilde Spiel und Jeanne Herrsch, Primo Levi, Fritz Beer oder Hermann Broch. Sie alle waren säkulare jüdische Schriftsteller, die – oft unter großem persönlichen Risiko – ihre Zeit beschrieben und noch heute viel zu sagen haben. Marko Martin knüpft dabei an dissidentisches Denken an und formuliert eine Einladung, durch Lektüren auch gegenwärtige Debatten zu weiten.
Der 1970 im sächsischen Burgstädt geborene Marko Martin hatte im Mai 1989 als Kriegsdiensttotalverweigerer die DDR verlassen. Der Publizist lebt in Berlin. Zu den Orten seiner seither veröffentlichten Erzählungen und literarischen Tagebücher zählen Havanna, Tel Aviv, Johannesburg und Hongkong. Dabei schreibt er unter anderem für die „WELT“, die „Jüdische Allgemeine“ oder das Zweimonatsperiodikum „Internationale Politik“.
Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte der TU Chemnitz und der Volkshochschule Chemnitz.